Sonderkrankenanstalt Alland
Liebe Leser
Dies soll eine Information von einem Rehaaufenthalt in der Sonderkrankenanstalt Alland sein. Aus meinen persöhnlichen Gesichtspunkten und Auffassungen.
Mit positiven und negativen Aussagen möchte ich niemand beleidigen oder diskriminieren - es ist rein meine Meinung.
Am 20.8.2008 war es soweit. Ich reiste nach Alland.
Wurde freundlich empfangen, die Koffer zum Transport in die Zimmer übernommen, und sofort mit einem Terminplan für den 1. Tag versehen. Blutabnahme, Abwaage, Arzterstgespräch usw. (dachte mir da geht was weiter). Kurz vor mittag war ich mit den ersten Terminen fertig und ich konnte mir einen Zimmerschlüssel holen - nun ab ins Zimmer.
Die erste Überraschung:
Koffer waren schon am Zimmer. Nun probierte ich mein Händy (ich hatte mich 2 Tage vorher erkundigt ob ein Empfang ist - wurde mir auch zugesagt) - KEIN EMPFANG! Nun das 1. Problem für mich. Da ich einen mobilen Internetanschluss beruflich benötige und nicht 3 Wochen ohne diesem sein kann - ab zur Rezeption und urgieren.
Doch dort wurde ich weiter an die Vizechefin verwiesen - diese suchte einen Weg, doch schickte mich dann resignierend ins Büro um meine Abreise mit der PVA Landesstelle zu besprechen. Doch Dank eines mitdenkenden Mitarbeiters im Büro (Hr. Augustin) - der sagte "es kann doch nicht sein dass uns so einfach unsere Patienten wieder abhanden kommen" - der überlegt, und über einen Handyempfang im Haus Widholz wusste, setzte er alles in Gang, daß dies probiert wurde - und siehe da - ich bekam ein Zimmer im Haus Widholz wo der Internetempfang funktioniert (halt nur GPRS - aber besser als nichts!).
Am ersten Tag gabs dann ab 06.00 die ersten Termine (Harnabgabe, Blutabnahme, Blutzuckerbelastungstest, Informationsvortrag einer Psychologin und dann Begrüssungsvorträge der ärztl. Leitung, Pflegedienstleiter und Verwaltungsleiter).
Der nächste Tag begann wieder um 06.15 mit der Abwaage dann Frühstück und dann Arztvisite. Therapien wurden besprochen. Eine Lehmpackung auf meine Knie war die erste Therapie (der kalte Lehm tat gut, nur die Umstände wie die Therapie gemacht wurde waren leider für mich nicht angenehm. Ich musste mich auf einen Sessel sitzen, dann bekam ich unter meine Beine einen sesselhohen Hocker auf den ich die Beine legen musste. Dies war sehr unangenehm, da ich mein linkes Knie nicht durchstrecken kann und daher Schmerzen hatte. Dem Therapeuten war dies egal, er fragte nur ob ich ohne Hilfe wieder aufstehen kann, und ich soll nach 15 - 20 Minuten die Lehmpackung in ein beschriftetes Plastiksackerl geben soll. Dieses einfach liegen lassen und fertig. Die 20 Minuten vergingen ohne dass sich wer um das Wohlbefinden kümmert (meine Meinung dazu - da rundherum genügend Behandlungsliegen frei standen könnte man sich ein wenig um das Wohlbefinden des Patienten kümmern, und die Liegen zu einer angenehmeren Behandlung nützen!). So verging wieder ein Tag - nicht unbedingt mit positiven Erinnerungen.
Nun kommt das Wochenende - am Samstag Vormittags noch Ernährungsschulung und Übergewichtigenberatung.
Interessante Schulung über Ernährung (Diätologin) und äusserst informativ und lebensecht gestalteter Vortrag von Dr. Benedek. Sonntags um 08.15 gehts mit dem 2. Teil der Übergewichtsberatung mit Dr. Benedek weiter- wie am Samstag - ein kabarettreifer Auftritt von Dr. Benedek, der alle munter machte, und der vieles einprägsam erleuterte.
Montags wieder Ernährungsschulung, danach in den Hydroxeur (eine sehr angenehme Massagebadewanne). Leider machte ich auch da wieder die Erfahrung, dass mir der Therapeut zeigte wo ich in die Wanne steigen musste, dann die Frage noch obs Wasser passt, dann die Erklärung - jetzt läuft 20 Minuten das Massageprogramm ab, danach steigen Sie langsam aus der Wanne und fertig - und er war bis zum Ende nicht mehr gesehen.
Da ich aus anderen Kuranstalten eine umsorgtere Betreuung gewohnt bin, wunderte ich mich ein wenig, dass man da anscheinend nach 5 Minuten ertrinken könnte, und der Therapeut merkt es erst wenn er die Wanne wieder für den nächsten Patienten füllen muss.
Nach diesem sehr angenehmen Bad gabs dann wieder die unbequeme Lehmpackung.
Die erste Physiotherapie lässt mich wieder hoffen. Endlich ein Therapeut der sich Gedanken um meine Probleme macht. Ich hoffe auf Grund dieser Erstgespräche wieder auf guten Erfolg des Aufenthalts.
Der nächste Tag beginnt wieder um 06.15 mit der Abwaage (erste Erfolge vom Gewicht = - 3.5 kg). danach 20 Minuten wie jeden Morgen auf Fahrrad.
Vormittags eine Wanderstunde rund um die Kuranstalt im Wienerwald (leider mit schmerzenden Knie)
Ein angenehmer Heuwickel am Nachmittagsbeginn und dann wieder Physiotherapie (wieder absolut positiv zu bewerten). Danach Ergometer unter Anleitung eines Sportlehrers - auch sehr gut.
Nach einer Woche Aufenthalt nun eine erste Zusammenfassung meines Aufenthaltes:
Das Essen ist ausreichend und für mich in Ordnung.

Zum Zimmer: ein ordentliches aber sehr kleines Zimmer, das Bad und WC leider im Vorraum, ist mit einem zweiten zu teilen (Zimmernachbar in dieser Woche sehr angenehm). Ab morgen gibts neuen.
Wenn man länger im Zimmer ist, hat man leider das Gefühl - klein wie eine Zelle ( Hr. Elsner hatte sicher eine komfotablere Zelle).
In Anbetracht das ich ja alles für meine Gesundung mache, hoffe ich, dass die nächsten 2 Wochen den gewünschten Erfolg bringen.
FOTOS: REHAZENTRUM KLEIN MARIAZELL
nun ist das letzte Wochenende in der SKA da. Meine letzten Tage hatte ich immer wieder die gleichen Behandlungen wie: Terrainkur (= Wanderung), Lehmpackung auf die Knie, Heuwickel auf die Schultern, Hydroxeur, Ergometrie und Physiotherapie.
Nach 3 Wochen frage ich mich - wieso wurde ich von einem PVA Arzt (der mich nie gesehen hat) hierher geschickt?
Mein Rehaarzt hat bei der Erstuntersuchung nicht einmal die UKH Befunde sehen wollen (hatte alles dabei). Laut der ersten Blutuntersuchung ist allen im grünen Bereich, und ich soll ein wenig abnehmen, dann werde ich auch keine Probleme in Zukunft haben. Er fragt sich auch wieso ich in Alland bin, da hier vorwiegend Diabetiker und Stoffwechselkranke sind. Für meine eigentlichen Gebrechen gibt es hier nicht die richtigen Therapien. So wurden halt verschiedene Therapien eingeteilt, die zum Wohlbefinden der Allgemeinheitz beitragen.
Gestern, nach 2 1/2 Wochnen gesund leben bekomme ich in der Zentralordination Tabletten (auf meine Frage an die Tablettenschwester wieso? Antwort: die jetztigen Blutwerte passen nicht - genaueres weis sie nicht) - Dass man nach so kurzer Zeit gesund leben schlechtere Werte hat.
Nachdem meine Enttäuschung schon groß war (eine Tischnachbarin wurde am 04.09. schon heimgeschickt, da sie hier keine richtige Behandlung bekam – ihr wurde ursprünglich auch in eine andere Rehaanstalt von Ihrem Arzt empfohlen ), erwartete ich schon die nächste Arztvisite am 08.09. – Der Arzt (ein anderer – da mein Rehaarzt auf Urlaub war) schaut meine Blutbefund an und sagt erfreut – die Werte haben sich sehr gebessert seit der Erstbefundung, also hat die Medikation vom Kollegen schon geholfen – ich schau den Arzt erstaunt an und erwidere – Lieber Herr Dr. – die Medikamente habe ich erst vor 2 Tagen bekommen und noch keine genommen davon! Freue mich aber, daß die Werte trotzdem schon besser sind. Auf die Frage, ob er mir sagen kann, wieso ich in der SK Alland bin, wo ich keine zielführende Therapien für mein Problem hatte, konnte er auch nicht befriedigend beantworten. Da ich schon tagelang starke Schmerzen im rechten Knie hatte kam er zur Erkenntnis, dass es für mich besser wäre dies im UKH Linz abzuklären, und entließ mich vorzeitig aus der Reha - DIE BESTE ENTSCHEIDUNG IN ALLAND!
Das SK Alland ist meiner Meinung (im Vergleich zu anderen Kuranstalten) 20 Jahre hinten. Die Logistik ist veraltet, eine Küche (das Essen war ausgezeichnet) die wie eine Jugendherbergsküche organisiert wird, ist nicht mehr zeitgemäß. Die Psychologische Betreuung (es sind sehr kompetente Ärzte im Haus) wird meiner Meinung auch viel zu wenig verordnet – wäre für einen Großteil der Patienten wichtiger als so manches Bad. Freizeiteinrichtungen wie unter anderem ein funktionierendes Hallenbad ist auch wünschenswert. Man sollte auf die vielen freundlichen, mitdenkenden Therapeuten und Mitarbeiter die an der Front die Probleme der Patienten sehen miteinbeziehen und umdenken, damit sich endlich eine der Zeit angepasste Anstalt entwickeln kann.
Nun zum Abschluss möchte ich mich trotzdem für den Aufenthalt bedanken, er hat mir leider zu meinen Problemen nichts gebracht, aber eine Erfahrung reicher.
Karl Michael Grafeneder
PS.:
Nachdem ich am 09.09. zu meinem Hausarzt gegangen bin, sagte mir auch er „wenn er vor Reha Antritt gewusst hätte daß ich nach Alland komme, hätte es mich nicht dorthin fahren lassen“.
Bei der anschließenden Untersuchung im UKH Linz war der Arzt auch sehr verwundert, was ich in diesem Reha machen sollte.
Ein dementsprechender Brief wurde von mir an die SV geschickt - Sollte ich eine Antwort bekommen, werde ich diese selbstverständlich hier veröffentlichen.